Prozessauftakt in Göttingen

Mit Tempo 180 Polizeiauto auf der A7 gerammt: 52-Jähriger steht vor Gericht

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Eingang zum Landgericht Göttingen: Hier muss sich ein 52-Jähriger nach einer Verfolgungsjagd verantworten.

Wegen einer halsbrecherischen Verfolgungsfahrt auf der A7 muss sich seit Mittwoch ein 52-jähriger Mann aus dem hessischen Vogelsbergkreis vor dem Landgericht Göttingen verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 52-Jährigen unter anderem diverse gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr, gefährliche Körperverletzung sowie mehrfachen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vor.

Der Vorfall hatte sich an einem Sonntag im April ereignet. Damals hatte ein Zeuge der Polizei gemeldet, dass der Fahrer eines Kleintransporters versucht habe, in Höhe Mellendorf einen Pkw abzudrängen. Kurz darauf versuchten zwei Beamte der Autobahnpolizei Hannover, den Fahrer des Transporters auf einen Parkplatz zu leiten. 

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft entzog sich der 52-Jährige jedoch der Kontrolle und flüchtete in Fahrtrichtung Süden. An der Anschlussstelle Hildesheim setzte sich dann ein weiterer Streifenwagen vor den Transporter. Der 52-Jährige ignorierte die Signale „ Bitte folgen“ und „Stopp Polizei“ und versuchte stattdessen, das Polizeifahrzeug rechts über den Standstreifen zu überholen.

Polizeibeamte wurden verletzt

Anschließend soll der 52-Jährige auf dem Abschnitt zwischen Derneburg und Northeim den vor ihm fahrenden Funkstreifenwagen der Autobahnpolizei bei Geschwindigkeiten von bis zu 180 km/h rund 20-Mal gerammt haben. Bei diesen Zusammenstößen seien beide Polizeibeamte verletzt worden.

Zwischenzeitlich hatten sich weitere Polizisten mit einem Fahrzeug an der Abfahrt Göttingen-Nord positioniert, um mit einem so genannten Stopp-Stick die Weiterfahrt des Transporters zu unterbinden. Der 52-Jährige habe dies jedoch bemerkt und der Nagelsperre ausweichen können. Er sei dann mit hoher Geschwindigkeit zielgerichtet auf die Polizeibeamten zugerast und habe diese nur knapp verfehlt.

Erst nachdem der 52-Jährige auf das Geländer der Autobahnraststätte gefahren war, gelang es den Beamten, den Transporter zu blockieren und den 52-Jährigen festzunehmen. Dieser habe sich dabei derart am Lenkrad festgekrallt, dass es den Beamten nur unter erheblicher Kraftanstrengung gelungen sei, ihn aus dem Fahrzeug zu bugsieren und mit Handschellen zu fixieren. Als Grund für sein Verhalten gab der Mann damals laut einer Pressemeldung der Polizei an, dass er Wut auf die Polizei gehabt habe.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 52-Jährige die Taten infolge einer krankhaften seelischen Störung im Zustand der Schuldunfähigkeit begangen hat. Sie hat deshalb einen Antrag im sogenannten Sicherungsverfahren gestellt. Damit will sie erreichen, dass er dauerhaft in der Psychiatrie untergebracht wird. Das Gericht hat für den Prozess insgesamt sieben Verhandlungstage angesetzt.

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