Unterstützung untereinander

Nach Ärger um Ladesäule: E-Autofahrer protestieren in Wabern

+
Parkverbot: Kurt Bertholdt setzt sich dafür ein, dass Parkplätze an Ladesäulen markiert werden.

Wabern. Nach dem Hin und Her um die Ladesäule am Waberner Rathaus zeigten nun die Elektroautofahrer Flagge. Sie organisierten am Montag ein spontanes Treffen.

Aktualisiert am 9. Januar um 14.07 - Zum Termin um 15.30 Uhr kamen sieben „Elektromobilisten“, wie sie sich selbst nennen, um aus Protest ihre Autos an der Station zu laden.

„Wir sind gut vernetzt“, erklärt Kurt Bertholdt aus Allendorf (Eder). In einer Chatgruppe seien etwa 140 Teilnehmer aus Nordhessen miteinander verbunden. Dort erreichte sie auch die Nachricht über den Ärger mit der Waberner Ladesäule. Michaela Fischbach aus Wabern hatte ihren Elektrosmart dort aufgeladen – zum Unmut der Gemeinde. Denn die Ladesäule sei nicht für Einwohner, sondern für Besucher gedacht.

Um mehrere Autos gleichzeitig zu laden, brachten die Fahrer Mehrfachstecker-Boxen mit. „In Niedenstein findet regelmäßig ein Stammtisch statt“, erklärt Lars Valentin. In den Sommermonaten immer am vierten Sonntag des Monats in einer Pizzeria. Valentin hat seinen weißen Nissan mit zahlreichen Aufklebern versehen, die auf die Vorteile von Elektroautos hinweisen sollen. Er bezeichnet seinen Wagen als „Protestfahrzeug“. Das 403 ppm auf der Motorhaube, erklärt Valentin, stehe für den Wert an Kohlendioxid der 2017 als Rekordwert in der Atemluft gemessen wurde. Dabei steht ppm für „parts per million“ (Anteil pro Million).

Oftmals seien die Parkplätze an den Ladesäulen von „Verbrennern“ blockiert, erzählt Bertholdt. Er setze sich dafür ein, dass die Ladesäulen mit einem Verkehrszeichen gezeichnet werden, das „normalen“ Autos das Parken dort verbietet. Nur so könne das schnelle und effektive Laden sichergestellt werden.

Das passende Verkehrsschild gibt es bereits, erklärt er. Auf ihm ist ein Auto mit einem Kabel zu sehen. Auch durch laminierte Aufkleber könne man die Säulen kennzeichnen, so Bertholdt weiter. Zudem sollten Verstöße härter geahndet werden.

Spontane Protestaktion: „Elektromobilisten“ trafen sich an der Elektrosäule in Wabern um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen.

Nicht alle zeigten sich erfreut über den Auflauf von Elektrofahrzeugen. So beschwerte sich eine Frau, das die Autos den Parkplatz blockieren würden und was der Protest denn überhaupt solle. Andere Passanten zeigten sich interessiert und verwickelten die Elektromobilisten in Gespräche. Die Gemeinde wollte sich zu dem Treffen nicht äußern.

Ladesäulen kostenlos

An öffentlichen Ladestationen kann die Abrechnung entweder pauschal, nach Minuten oder nach kWh abgerechnet werden, hinzu kommt manchmal auch eine Startgebühr.

Es gibt allerdings auch kostenlose Ladesäulen - noch, wie die Seite Ratgeber-Elektroautos.de schreibt. Verschiedene Online-Seiten stellen Übersichten dieser Ladesäulen zusammen, darunter der E-Tankstellen-Finder.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.