Über 100.000 Stück in Weihnachtswoche 

70.000 Pakete pro Woche: So will die Post in Kassel die Zeit vor Weihnachten stemmen

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Pakete über Pakete: Im Verteilstützpunkt der Post in Oberzwehren sortiert und verlädt Mitarbeiterin Corinna Becker die zahlreichen Pakete.

Die Deutsche Post in Kassel und der Paketdienst DHL haben derzeit alle Hände voll zu tun: Allein in Kassels Kernstadt werden in den Wochen vor Weihnachten rund 70.000 Pakete zugestellt – pro Woche.

Das teilte Daniel Bührmann, Produktionsleiter der DHL Delivery - Kassel GmbH, auf HNA-Anfrage mit. In der letzten Woche vor Weihnachten seien es sogar bis zu 100 000 Pakete.

Auch in den anderen Bezirken muss die Deutsche Post eine Flut an Paketen verarbeiten. Ein Beispiel: Ein Zusteller des Verteilstützpunkts in Oberzwehren müsse derzeit bis zu 130 Pakete am Tag ausliefern. Das sei fast die doppelte Menge als in den in anderen Monaten, sagt Hermann Wiederhold, Betriebsleiter der Deutschen Post in Kassel. 

Insgesamt verlassen in den vier Wochen vor Weihnachten rund 13 000 Pakete diesen Verteilstützpunkt und werden in den den beiden Stadtteilen Nieder- und Oberzwehren verteilt. In den anderen Monaten schwankt die Zahl zwischen 7000 und 8000. Daneben kommen rund 700 bis 800 Briefe pro Zusteller für diese zwei Stadtteile am Tag hinzu. Diese Zahl sei im Vergleich zu den vergangenen Jahren jedoch konstant, sagt Wiederhold.

Grund für die steigende Paketzahl ist der Online-Handel. Immer mehr Menschen bestellen ihre Weihnachtsgeschenke im Internet. „In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Pakete immer um zehn Prozent gestiegen“, sagt Wiederhold.

Um dieser Menge an Paketen und Briefen Herr zu werden hat die Deutsche Post laut Wiederhold 40 weitere Mitarbeiter eingestellt, die an 17 Standorten in Nordhessen und Südniedersachsen im Einsatz sind.

Auch die DHL Delivery Kassel hat für das Weihnachtsgeschäft 60 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt und Prozesse umstrukturiert, damit es nicht wieder zu einem Paket-Chaos wie im vergangenen Jahr kommt.

Hier geht die Post ab

Im Verteilstützpunkt der Deutschen Post in Oberzwehren herrscht reger Betrieb. Pakete in jeder Form und Größe stapeln sich auf mehreren Rollwagen. Zusteller schieben die zu ihren Postwagen, um die Pakete zu verladen. Ist der Postwagen voll, geht es für die Pakete auf die letzte Reise, um einen wartenden Menschen glücklich zu machen. 

„Dienstags ist hier am meisten los“, sagt Hermann Wiederhold, Betriebsleiter der Deutschen Post in Kassel. Weil viele Menschen am Wochenende im Internet ihre Bestellungen machen, werde die Ware von den Händlern meist montags verpackt und landet dienstags dann bei der Post. Doch derzeit muss die Deutsche Post auch an anderen Wochentagen eine Flut an Paketen verarbeiten. 

Generell gilt: Die Deutsche Post liefert Pakete und Briefe in Teilen der Stadt und des Landkreises Kassel sowie in Staufenberg und Hann. Münden aus. Dafür hat sie 17 Standorte. Die Tochtergesellschaft DHL Delivery - Kassel GmbH ist für Kassels Kernstadt zuständig. Dazu zählen etwa die Innenstadt, Nord-Holland, Wehlheiden und die Südstadt. 

Die meisten Pakete lieferte die Deutsche Post laut Wiederhold im vergangenen Jahr in der letzten Woche vor Weihnachten aus: insgesamt 56 350 Pakete. Weil die Paketanzahl in den vergangenen zehn Jahren um zehn Prozent gestiegen sei, rechnet Wiederhold in diesem Jahr mit bis zu 60 000 Paketen. In Kassels Kernstadt liefert DHL 70 000 Sendungen während des Weihnachtsgeschäfts pro Woche aus, teilt Daniel Bührmann, Produktionsleiter der DHL Delivery - Kassel GmbH mit. Das mache fast 450 Fahrten, da ein Wagen 160 Pakete fasst. 

Das Chaos-Szenario des vergangenen Jahres soll sich jedoch nicht wiederholen: Kurz vor Weihnachten hatte die Tochtergesellschaft die großen Paketmassen nur schwer in den Griff bekommen. Ein Streik soll ein weiterer Grund für den Paketstau gewesen sein. Zahlreiche wütende Kunden warteten wochenlang auf ihre Post oder mussten sie selbst abholen: Das Unternehmen mietete einen ehemaligen Verkaufsraum in Lohfelden und nutzte ihn als Lagerhalle und Abholort für Kumden. 

„Wir haben diese Halle nicht wieder gemietet, und haben es auch nicht vor“, sagt Bührmann. Man habe im Unternehmen Prozesse angepasst und zusätzlich 60 Mitarbeiter für das Weihnachtsgeschäft eingestellt, insgesamt sind 150 beschäftigt. 

Auch die Deutsche Post in Kassel hat das Personal mit 40 Mitarbeitern auf 430 aufgestockt. „Wir alle haben aus dem vergangenen Jahr gelernt“, sagt Wiederhold.

So kommt die Weihnachtspost rechtzeitig an

  • Pakete: Wer seine Pakete rechtzeitig erhalten will, sollte seine Bestellung am besten bis spätestens Anfang der letzten Woche vor Weihnachten – also am 17. bzw. 18. Dezember – aufgegeben haben. Gleiches gilt für das Versenden von Paketen. Das rät Hermann Wiederhold. Internet-Riesen wie Amazon oder Zalando garantierten häufig, dass Pakete, die erst am Freitag bestellt würden, noch rechtzeitig zu Weihnachten ankommen. „Für uns ist es auch kein Problem – dafür müssen aber die Pakete von den Händlern bei uns angekommen sein“, sagt Wiederhold.
  • Briefe: Anders sieht es bei den Briefen aus. Für eine rechtzeitige Zustellung zum Weihnachtsfest müssen Briefe bis Freitag, 21. Dezember, eingeliefert werden. Europäische Länder bis Samstag, 15. Dezember, außerhalb Europas bis Dienstag, 11. Dezember.

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