Halle wird derzeit umgestaltet 

Zukunft ungewiss: Händler in der Kasseler Markthalle hoffen auf Investor

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Markthalle in Kassel: Ihre geschäftliche Zukunft ist unklar. 

Für 70 Standbetreiber in der Kasseler Markthalle bleibt die geschäftliche Zukunft unklar. Sie müssen sich darauf einstellen, dass ihre Pachtverträge ab dem Jahresende nur kurzzeitig verlängert werden.

Zumindest bis ein Investor gefunden ist. Und das kann dauern. Die Kasseler Markthalle muss zukunftsfähig gemacht werden, weil sich die Einkaufsgewohnheiten wandeln. Doch der Start in die Zukunft wird noch ein wenig verschoben: Erst wenn ein Investor für einen grundlegenden Umbau gefunden und dieser vollendet ist, wird sich wohl auch an den Betriebsstrukturen etwas ändern. Das betrift auch die wenig zeitgemäßen Öffnungszeiten an zweieinhalb Tagen von Donnerstag bis Samstag, 14 Uhr.

Geschäftsführer Markthalle: Andreas Mannsbarth.

Der Pachtvertrag zwischen der Stadt Kassel und der Markthallen-Betriebs-GmbH war eigentlich 2017 ausgelaufen und wurde bis Ende November dieses Jahres noch einmal verlängert – ebenso die davon abhängigen Verträge mit den einzelnen Standbetreibern. „Jetzt sieht es nach weiteren kurzzeitigen Verlängerungen aus“, sagte Markthallen-Geschäftsführer Andreas Mannsbarth.

Für ein neues, zeitgemäßes Betriebskonzept hat er die Idee ins Gespräch gebracht, das zweistöckige Marstallgebäude innen neu aufzuteilen, damit auf einem Teil der Fläche längere Öffnungszeiten möglich sind. Inwieweit das realisiert werde, hänge aber von den Vorstellungen eines noch zu findenden Investors ab. Die Stadt Kassel bestätigte grundsätzlich, dass dieser Weg verfolgt werde und es eine Ausschreibung geben solle, teilte auf HNA-Anfrage aber noch nichts Näheres mit.

Unsicherheit für Mitarbeiter

Für die rund 70 Markthändler geht die Phase der Unsicherheit auf unbestimmte Zeit weiter. „Wir hängen völlig in der Luft“, sagt Beate Schröder, Betreiberin des Bistros Zum Käpt’n, des Fischstandes Apel und eines weiteren Standes mit zubereiteten Speisen. Als ein Hauptproblem bezeichnet sie, dass die Standbetreiber derzeit keinerlei Sicherheit für Investitionen hätten: „Wenn etwa eine Maschine für 4000 Euro kaputt geht, weiß keiner, über welchen Zeitraum er ein Ersatzgerät finanzieren kann und ob sich das noch lohnt.“

Wenn die Umgestaltung der Halle noch dauere, wäre den Marktbeschickern am besten damit gedient, „wenn ihre Verträge offiziell um gleich zwei Jahre verlängert würden“, sagt Beate Schröder, die elf Mitarbeiter beschäftigt. Aber von der Stadt komme bisher kein Signal, wie es nun weitergehen solle.

Markthändlerin: Bessere Öffnungszeiten müssen her 

Dass es mittelfristig auf erweiterte, kundenfreundlichere Öffnungszeiten hinauslaufen müsse, ist für die Markthändlerin klar. Sie hatte zeitweise versucht, ihr Bistro Zum Käpt’n auch sonntags zum Frühstücken zu öffnen, was sich als Einzelkämpferin aber nicht gelohnt habe. „Ohne ein einheitliches Konzept macht das keinen Sinn“, meint Beate Schröder. Wenn nur einzelne Stände länger öffnen würden, kämen zu wenige Kunden, um den höheren Betriebs- und Kostenaufwand zu rechtfertigen.

„Wir hängen völlig in der Luft“ sagt Beate Schröder, die drei Marktstände in der Halle betreibt. 

Geschäftsführer Mannsbarth hofft, dass sich bis zum Sommer eine Lösung mit einem externen Geldgeber findet. So hatte die Stadt auch die jüngste große Sanierung 1994 organisiert und den Marstall dann mit den Pachteinnahmen aus dem Marktbetrieb vom Investor zurückgeleast. Mannsbarth geht von Umbau- und Sanierungskosten in einer Größenordnung von 5 Millionen Euro aus, da auch die gesamte Haustechnik erneuerungsbedürftig sei.

Eine weitere Hoffnung ist, dass ein Geldgeber bereit sei, das künftige Betriebskonzept gemeinsam mit den Händlern zu entwickeln. „Wir wissen ja nicht, ob es dann eventuell eigene Ideen gibt“, sagte Mannsbarth. Die Stadt habe jedenfalls „versprochen, dass wir nicht außen vor bleiben sollen“. 

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